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Schuluntersuchung

HILFE! Ich muss mit meinem Kind zur Schuluntersuchung. In jedem Bundesland heisst sie anders. Aber überall gibt es Tests für unsere Kinder vor der Einschulung. ....


HILFE! Ich muss mit meinem Kind zur Schuluntersuchung. 

Delfin-Test, Einschulungsuntersuchung oder wie sie auch immer heißen. Aber überall gibt es Tests für unsere Kinder vor der Einschulung. Was wollen die Ärzte, Lehrer, Schulleiter und Sozialarbeiter da eigentlich von meinem Kind? 

Im Prinzip will der Prüfer herausfinden, ob dein Kind schulfreif ist. Grundsätzlich ist das ja auch nicht problematisch, weil wir unser Kind kennen und wissen, ob es soweit ist oder nicht. Schwierig wird es nur dann, wenn ein Fremder meint, dies einschätzen zu können. Noch schwieriger wird es, wenn man bei nicht-bestehen mit Sanktionen rechnen muss, wie z.B. der kleinen Kitapflicht von 20 Stunden in der Woche (in einigen Bundesländern). 

Wir, als kindergartenfreie Familie, stehen leider vor dem Problem, dass die meisten „Prüfer“ nicht unvoreingenommen an uns herangehen. Sehr viele von uns machen immer wieder die Erfahrung, dass man erwartet unsere Kinder seien grundsätzlich und pauschal „zurückgeblieben“.
Natürlich gibt es auch immer wieder Lichtblicke im System und man findet einen Prüfer, der total begeistert ist, dass unsere Kinder nicht in den Kindergarten gehen. Aber die meisten sind eher abgeneigt, das zeigt zumindest unsere Erfahrung über Jahre. 

Also was wird da eigentlich untersucht? Das ist übrigens in jedem Bundesland anders. Aber ich habe einmal zusammengetragen, was wir in den letzten Jahren beobachten und sammeln konnten. 

Welche Fähigkeiten werden genauer unter die Lupe genommen und wie können wir sie im Alltag ohne Kindergarten mühelos trainieren: 

Grobmotorik

Die Grobmotorik ist ein präzises Zusammenspiel aus Koordination, Gleichgewicht und Kraft. Grobmotorik meint alle Bewegungen von Muskeln, die einer Gesamtbewegung dienen, zum Beispiel hüpfen, gehen, laufen.

Grobmotorik im Alltag fördern:

balancieren, Spielplatz besuchen, springen, werfen und fangen, ballspielen, schwimmen und klettern, Fahrrad fahren, Inline skaten, seilspringen, Gummitwist spielen, Laufdosen laufen, Stelzen laufen, über Pfützen hüpfen.

Feinmotorik

Bei der Feinmotorik handelt es sich um Bewegungsabläufe, bei denen einzelne Muskelpartien miteinander koordiniert werden müssen, wie zum Beispiel bei der Mundmotorik beim Sprechen. 

Feinmotorik fördern: 

sich alleine anziehen, malen, basteln, schneiden, kneten, im Haushalt helfen (z.B. Wäsche abhängen, Wäsche aufhängen, Geschirr spülen, Geschirr abtrocknen) Perlen fädeln, Bügelperlen legen, Schleife binden, flechten, Mikado spielen, backen.

Visuelle Wahrnehmung

Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit, visuelle Reize zu erkennen, zu unterscheiden und sie durch Assoziation mit früheren Erfahrungen zu interpretieren. „Visuell“ bedeutet nicht nur die Fähigkeit gut zu sehen. Die Interpretation eines visuellen Reizes erfolgt im Gehirn, nicht nur durch die Augen. 

Die gute Nachricht: Kinder entwickeln ihre visuelle Wahrnehmung im freien Spiel fast „von allein“, zum Beispiel, wenn sie mit farbigen Bauklötzen, Stapelbechern und ähnlichem spielen. 

Visuelle Wahrnehmung fördern:

Socken sortieren, Waren im Supermarkt finden, puzzeln, Lego, Holzbausteine bauen, Memory spielen, Wimmelbücher anschauen und ins Gespräch kommen, „Ich seh‘ was, was du nicht siehst“, Schau genau, „Was fehlt?“-Spiel

Auditive Wahrnehmung

Unter auditiver Wahrnehmung versteht man die Gesamtheit aller Prozesse, die der Erfassung, der Weiterleitung und der Verarbeitung von akustischen Signalen dienen.

Auditive Wahrnehmung fördern:

Kinderlieder singen, Reimspiele spielen, Silben klatschen, Geräusche erraten, Geräusch Memory spielen, Stille Post spielen, Ich packe meinen Koffer spielen, Telefonnummer merken und wählen, kleine Einkaufsliste merken.

Sprache und Sprechen

Sprache erlernen Kinder am Besten durch Sprechen und durch Hören. Das erfordert Aufmerksamkeit und Zeit der Eltern. Vorlesen, Bilder beschreiben, Reimspiele und Gedichte sind eine wunderbare Möglichkeit, Sprache zu fördern. Dies geht Hand in Hand einher mit dem Verständnis der Sprache. 

Verständnis fördern:

„Mensch ärgere dich nicht“ spielen, Tisch decken lassen, Gemeinsame Handlungsplanung z.B. Kuchen backen und Rezept besprechen, Gesellschaftsspiele wie z.B. Obstgarten und „Lotti Karotti“ spielen.

Sprache fördern:

Wimmelbücher dienen wunderbar dazu, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, ihnen Worte zu entlocken und sie zu begeistern. Singen, reimen, Wortschatz erweitern durch das Lesen älterer Bücher, Story Cubes/ Erzählwürfel einsetzen.

Das Vorschulwissen wird in den meisten Ländern mit folgenden Bereichen abgedeckt. 

Das Alphabet und der Zahlenraum wird unterschiedlich weit vertieft. In Deutschland ist es nicht notwendig, das Alphabet vor Schulbeginn zu erlernen, hier genügt es, den eigenen Namen schreiben zu können. 

- Das Alphabet

- Zahlenraum 1-10

- Die Wochentage

- Die Monate

- Die Körperteile

- Die Jahreszeiten

- Gegenteile

- Himmelsrichtungen

- Tiere benennen

- Formen erkennen (Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kreis)

Wie kann man sich jetzt dieses Vorschulwissen aneignen?

- Forschen: auf Entdeckungstour gehen (auch ungeplant), Gegenstände untersuchen (z.B. Struktur, Temperatur, Gewicht, Größe, Material)

- Gewicht: alltägliche Gegenstände verwenden um den Unterschied von leicht und schwer zu verdeutlichen (z.B. Briefe, Obst, Mehl, Zucker und Federn wiegen.)

- Größenunterschiede: Größen einschätzen und nachmessen

- Sinne: fühlen, riechen, schmecken, sehen und hören kann man mit viel Freude ausprobieren und sich darüber immer wieder im Alltag austauschen. 

- Freies Spiel auf weiten Flächen: jüngere Kinder brauchen viel freies Spiel auf weiten Flächen in großen Gärten.

Naturtage: Wöchentliche Naturtage (am Besten mehrfach in der Woche) im Wald oder an/auf Feldern sind eine wunderbare Abwechslung zum eigenen Garten. Am Besten nimmt man ein Glas oder eine Becherlupe*  mit, um seine Funde genauer zu betrachten. 

 

 

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