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Allgemein

Kindergartenfrei? Ich diskutiere nicht! Ich schon!

Diskutieren oder lieber raus aus der Situation?


Immer wieder werden wir mit Fragen konfrontiert.
Manchmal wollen wir gar nicht diskutieren. Manchmal schon. 
Fünf Mütter haben mir erzählt, wie sie mit diesen Fragen nach Sozialkontakten und dem Leben ohne Kindergarten umgehen. Kurz und knapp. 

Anja: 
„Ich diskutiere nicht gerne. Ich antworte nur kurz, dass der Kindergarten mir nicht gut getan hat und ich nur schlechte Erinnerungen habe. Reicht das, dann ist das Thema beendet und ich bin sehr froh drum. Reicht es nicht, dann kommt eigentlich immer nur als Antwort "Ja aber dein Kind ist ja nicht du. Der Junge von nebenan war dort und dem tat das sehr gut." Dann lasse ich mich höchstens nur noch darauf ein zu sagen, dass mein Kind aber auch nicht der Nachbarsjunge ist und ich bestmöglich im Wohle meines Kindes handle, so wie Eltern das eben tun. Wenn ich denke dass ihm der Kindergarten nicht gut tut, dann ist das so. Dann beende ich das Thema auch wenn danach noch irgendetwas kommt. Und man darf dann bloß nicht darüber nachdenken, was der andere denkt! Es ist nämlich egal. Was zählt ist, was man selbst und die Kinder denken.“ 

Svenja: 
„Meine Kinder gehen nicht in den Kindergarten, weil wir ihn nicht brauchen. Der Kindergarten gibt Raum zur Betreuung, auf welche wir schlicht nicht angewiesen sind. Wir haben Zeit und auch Lust unsere Kinder selber zu betreuen, ihnen die Welt zu zeigen und zu erklären. Für uns ist das Entspannung, jede Menge Zeit und ganz viel Liebe und tatsächlich auch Luxus, keine Betreuung zu brauchen.
Und keine Sorge - Kontakte haben die Kinder auch in „freier Wildbahn“ genug und das zu den verschiedensten Menschen und Altersklassen. Sie lernen auch zuhause die wichtigen Dinge und vor allem die Dinge - für die sie sich wirklich interessieren.
In Diskussion gehe ich tatsächlich selten. Denn oft macht es keinen Sinn. Ich erkläre gerne, aber ohne zu belehren oder ähnliches.“

Nicole:
Ich möchte nicht das er in einer Fremdbetreuung ist solange er mir nicht ganz deutlich sagen kann was dort passiert und er dort sagen kann was er möchte oder nicht möchte. Ich möchte nicht das eine „fremde Person“ mein Kind entkleidet ( beim Wickeln z.b.). So etwas soll nicht normal für ihn werden. Wer, außer mir (Papa und Großeltern) kann mein Kind besser lieben und begleiten als ich?!
Wer weiß besser was gerade in ihm vorgeht?! In der Schule muss er noch früh genug lernen nicht mehr selbst entscheiden zu dürfen. Bis dahin möchte ich ihm gern ermöglichen seinen eigenen Weg zu gehen. 
Zu Hause, bei mir/ uns... kann er natürlich (!!!) schlafen/ essen/ ausruhen/ toben/ Musik hören/ Zuwendung und frische Luft bekommen.  Das geht in einer großen Gruppe von Kindern nicht! Zu Hause mit mir lernt er viel mehr als er woanders lernen könnte... (Kochen, Putzen, Einkaufen, Umgang mit Lebensmitteln,wir gehen auf den Wochenmarkt, in die Natur, in den Garten, haben Bewegung... lernen Rücksicht und er entwickelt Selbstvertrauen...!)
Wir haben eine Kita-Frei Gruppe ausgebaut und generell viele Soziale Kontakte. 
Dort kann er sich, wenn er möchte! Jederzeit von mir entfernen und auch in einem anderen Raum spielen... er kann sich lösen, und zurück kommen. Wann immer er möchte. 

Eva: 
Wenn mich jemand fragt, dann frage ich inzwischen "Wo hast du das gelesen?"  " Welcher Pädagoge empfiehlt das?" "Hast du dazu eine Buchempfehlung?"  "Wie lange hast du dich damit beschäftigt ?"
Ich bin freundlich und frage wirklich interessiert nach, ich frage nicht provozierend. Es passt zu mir, da ich mich auch selbst gerne hinterfrage und bekannt dafür bin gerne Fragen zu stellen und Fragen zu mögen 

Katia:
Ob ich in die Diskussion über diese Fragen gehe ist bei mir abhängig von der Tagesform. Und es kommt auch auf die Person mir gegenüber an. Wenn ich antworte dann meist: „Ja, wir machen uns Gedanken über die sozialen Kontakte und sorgen auch dafür. Wenn Kinder nur mit anderen Kindern im ähnlichen Alter zusammen sind, reicht es unserer Meinung nicht aus um eine allumfassende soziale Kompetenz zu erwerben.“